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Materia Medica Zwingerhusten
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PDF Zwingerhusten

Aktualisiert am: 16.04.2009

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Zwingerhusten, Luftröhren- und Bronchialkatarrh (Tracheobronchitis)

In Tierheimen gibt es manchmal Probleme mit dem Zwingerhusten. Bei grossem Ansteckungsdruck erkranken selbst geimpfte Hunde. Der Verlauf ist dann aber nicht dramatisch. Nach einer Woche sind die meisten Hunde geheilt.

Die Kombinationsimpfstoffe enthalten auch Komponenten gegen Zwingerhusten. Leider bewirken die meisten keinen sehr guten Impfschutz.  So können auch geimpfte Hunde am Husten erkranken.

Verhindern lässt sich eine Ansteckungsgefahr, auch bei noch so guter Hygiene, leider nicht! Wo viele Hunde zusammen sind, ist die Chance gross, dass einer von ihnen den Husten mitbringt und damit die anderen anstecken kann.

Eine "flächendeckende" Antibiotika-Behandlung aller Tiere im Heim, sobald eines Symptome zeigt, lehnen wir ab. Die beste Vorbeugung sehen wir in der Stärkung des Immunsystemes, zumal wir immer wieder beobachten, dass meist nur die "schwächeren" Tiere erkranken.

Nachfolgend einige Informationen über diese - für Sie und für uns unangenehme - Krankheit.

Ursache: 

Mindestens zwei Viren und eine Bakterienart lösen den klassischen Zwingerhusten aus. Gewöhnlich wird eine Vielzahl von Infektionserregern mit dieser Krankheit in Verbindung gebracht, aber vermutlich sind Adeno-Viren die wahrscheinlichsten Verursacher.
Die Übertragung der Erreger geschieht durch Tröpfcheninfektion, das heisst: der Erkrankte niest und hustet die Erreger aus, diese werden über den Luftstrom zum nächsten "Opfer" getragen. Hierbei können Lüftungs- und Heizungsanlagen zur weiten Verbreitung der beitragen.

Damit die Erkrankung ausbrechen kann, muss das Abwehrsystem des Patienten durch Stressfaktoren geschwächt sein. Stress besteht zum Beispiel in Wachstum, Zahnwechsel, Parasitenbefall, Veränderungen der Umgebung und des Futters sowie Ortswechsel und ungünstige Wetterlagen (Herbst, Frühjahr).

Achtung: Menschen mit Grippe können ihre Hunde anstecken, umgekehrt aber nicht!

Wen betrifft die Erkrankung am häufigsten?

Besonders häufig treten Infektionen dort auf, wo viele Individuen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen. Beim Menschen sind also solche besonders gefährdet, die viel Personenkontakt haben (Fahrt im überfüllten Tram, Pfadi- oder Skilager etc.). Das gleiche gilt für Hunde: "Zwingerhusten" kommt häufig in Tierheimen, Hundepensionen, aber auch auf Ausstellungen und Hundeplätzen vor.
 

 

Inkubationszeit: 

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit hängt von den Erregern ab und beträgt etwa 7-10 Tage. Zeigt ein Tier also Symptome, hat es sich bereits vor einer Woche angesteckt und der Husten hat sich in dieser Zeit wahrscheinlich bereits im ganzen Tierheim verbreitet..  

 

Symptome:  

Verdächtiges Zeichen ist ein abgehackter Husten. Ein Hustenanfall dauert nur kurz an und ist trocken. Manchmal kommt es zu mehreren kurzen Anfällen hintereinander, es entsteht ein Hustenkrampf. Die Symptome sind auf die oberen Atemwege beschränkt, die Ausdehnung auf andere Körperteile ist ungewöhnlich. Diese Krankheit ähnelt in gewissem Ausmass dem Keuchhusten beim Menschen.

Trockener, lauter, fast unstillbarer Husten; sonst meist munter.  

Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung; Pfeifgeräusche gut hörbar; beim Druck auf die Luftröhre ist der Husten prompt auslösbar.  

 

Diagnose: 

Eine genaue Diagnose ist nicht vom klinischen Bild her möglich, es bräuchte, um eine seriöse Diagnose zu stellen, einen Erregernachweis oder eine Vermehrung mit CPE in Zellkultur. Allfällige Differentialdiagnosen könnten sein:

  Fremdkörper

  Erkrankungen der Lungen

  Erkrankungen des Herzen

  Parasiten (zB. Lungenwurmbefall)

  Allergien

Aufgepasst - nicht jeder Husten ist ein Zwingerhusten
Ein seriöser klinischer Untersuch des hustenden Patienten ist in jedem Fall angebracht. Nicht jeder Hund, der im Sommer während oder nach einem Tierpensionsaufenthalt anfallsweise trocken hustet, leidet nämlich zwingend unter Zwingerhusten. Herz- und Asthmapatienten zeigen ähnliche Krankheitssymptome. Auch ein Lungenwurmbefall oder ein im Rachen-, Kehl-, Luftröhren- oder gar Bronchienbereich festsitzender Fremdkörper sollte nicht mit einem Zwingerhusten verwechselt werden.
 

Therapie: 

In leichten Fällen, wenn der Husten nach ein bis zwei Tagen wieder verschwindet, ist keine spezielle Behandlung nötig. Hier ist offenbar das Abwehrsystem des Patienten so stark oder die krankheitsverursachende Wirkung des Erregers so schwach, dass der Körper selbst damit fertig wird.

In allen fraglichen Fällen oder bei Fieber, eitrigem Nasenausfluss, gestörtem Allgemeinbefinden bleibt der Gang zum Tierarzt unvermeidlich. Er wird den Hund mit Antibiotika, schleimlösenden und eventuell auch mit abschwellenden und fiebersenkenden Mitteln versorgen.
 

Allopathie: Antibiotikakur (um Sekundärinfektionen zu vermeiden) Die beteiligten Viren können mit Antibiotika nicht beeinflusst werden!
zB. Ampicillin-Tabletten, 2 x täglich, 7 Tage.  

Allopathie: Da es sich um eine Entzündung der oberen Luftwege handelt, kann der Kehlkopf sehr gereizt sein. Der Tierarzt wird also unter Umständen. etwas Prednisolon oder ein anderes Medikament zur Entzündungshemmung geben.  

Allopathie: Wie bei uns Menschen kann ein Hustensirup, zum Beispiel Benadin®-Hustensirup mit Codein bei extrem starkem Husten angewandt werden, um dem Hund Erleichterung zu verschaffen.  
 

Homöopathie: In der Homöopathie sind einige Mittel bekannt, welche bei einem Zwingerhusten eingesetzt werden können. Eine individuelle Repertorisation ist nötig. Materia Medica hier
 

Zur Unterstützung: Engystol-Tabletten, 2 x täglich, 10 Tage, zur Immunstimulation.  
 

Phytotherapie: Bronchosan-Tropfen, 3 x täglich, gegen den Husten
ur Unterstützung: Echinacea 2 x täglich, 10 Tage, zur Immunstimulation.
 

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ANMERKUNG: Zum Schutz der Hunde gegen Zwingerhusten ist ein oraler Impfstoff (mehr hier...) erhältlich, mit dem man auch in Kombination mit anderen Arzneien therapieren kann. Aber wie bereits erwähnt: Auch ein geimpfter Hund kann erkranken!